Als freie Ernährungsjournalistin schreibe ich Texte, Reportagen, Portraits für verschiedene Medien und Unternehmen rund um das Thema Ernährung und Gesundheit. Eine Auswahl unterschiedlicher Texte finden Sie hier. Viel Spaß beim Schmökern und Lesen!

Bäckerei Hager im Porträt

Es ist drei Uhr in der Nacht und überhaupt nicht still. In der kleinen Backstube in der Mühlweg  geht es rund. Der Teig muss geknetet, die Brote geformt und schließlich im Backofen gebacken werden.Obwohl ins Bäckerhandwerk hineingeboren und damit großgeworden, war es bei weitem nicht selbstverständlich und klar, dass der heutige Eigentümer Wolfgang Hager die elterliche gleichnamige Bäckerei übernimmt. Lesen Sie heute hier wie es dazu kam, dass aus der Bäckerei das wurde, was sie heute ist und erfahren Sie etwas über den Mastermind hinter der heutigen Bäckerei.

Spricht man mit Herrn Wolfgang Hager dann spürt man in jedem seiner Worte die Leidenschaft und die Begeisterung, mit der er das Handwerk ausführt und die Firma leitet. 

Gelebte Tradition mit Hindernissen

Bereits seit vier Generationen ist die Bäckerei in Familienbesitz. 1907 wurde das Unternehmen von Wolfgang Hagers Urgroßvater gegründet, schon damals in der Mühlweg, wo auch heute noch verkauft und produziert wird. Gab’s damals neben einer kleinen Backstube noch einen Schweinestall und ein Wohnhaus, ist heute alles Bäckerei. Wolfgang Hagers Urgroßvater verstarb bereits sehr jung in seinen frühen 40er Jahren und bis der Großvater des heutigen Chefs übernehmen konnte, wurde die Bäckerei fremdverpachtet. Noch zu Zeiten des Vaters war das Unternehmen Hager eine kleine Bäckerei mit sechs Mitarbeitern und einem überschaubaren Angebot, bestehend aus hellem Brot, dunklem Brot, Semmeln, Kümmelweckerl und Mohnweckerl. 

Und hier mittendrin zwischen dem Geruch von frischem Brot und dem täglichen Gleichklang der Bäckerarbeit wuchs Wolfgang Hager auf. Bereits in frühen Jahren noch vor der Schule fuhr er mit seinem Vater Brot und Gebäck ausliefern und später verbrachte er die Sommer in der Backstube. Die Arbeit in einer Bäckerei war damals alles andere als angenehm. Extrem frühes Aufstehen, die anstrengende Arbeit in der Backstube und im Verkauf ließ die Mutter vom heutigen Chef bereits früh am Sofa einschlafen, sodass es alles andere als verlockend für Wolfgang war, so weiterzumachen.  Und so war es überhaupt nicht selbstverständlich, dass er in die Fußstapfen seines Vaters, Großvaters und Urgroßvaters treten wollte. Zu klein, zu langweilig und zu eintönig war diese Bäckerwelt dem Maturanten. Da sollte es doch lieber ein Wirtschaftsstudium sein, mit dem man sich die Welt erobern konnte. Sein Vater ließ ihn ziehen und suchte sich in der Zwischenzeit schon einen interessierten Käufer.

Vom Studium in die Backstube

Doch war es letztendlich ein Praktikum in einem bäckereifremden Betrieb, das den damaligen Betriebswirtschaftsstudenten Wolfgang Hager davon überzeugte, es doch mit der Selbständigkeit zu versuchen und die familieneigene Bäckerei zu übernehmen. Wie es der Zufall so wollte, war einige Zeit davor ein Käufer der Bäckerei kurz vor Vertragsunterzeichnung abgesprungen und so stand einem Einstieg des 23-jährigen im Jahr 1987 nach erfolgreicher Bäcker-Meisterprüfung ins elterliche Unternehmen nichts mehr im Weg.

Als erfolgreicher WU-Absolvent inklusiver Bäckerlehre wusste er, er musste wachsen um langfristig bestehen bleiben zu können. Und so wurde das Sortiment erweitert, das erste Logo entworfen, ins Marketing und in die EDV investiert, nicht ohne auf Widerstände speziell bei seinem Vater zu stoßen, der im ersten Jahr noch mit an Bord war.

Die Bäckerei begann nun relativ rasch zu wachsen, schwamm aber im Mainstream der damaligen Zeit mit. Convenienceprodukte wie Backmischungen für Kornspitz und andere Brotsorten wurden zugekauft, gebacken wurde mit Trockensauerteig, da das eine erhebliche Arbeitserleichterung für das Bäckerhandwerk bedeutete. Verkauft wurde in erster Linie über die Lieferung an den Handel.

Kein Erfolg ohne Misserfolg

Das ging solange gut, bis der Handel plötzlich Druck machte und Exklusivlieferverträge wollte, was zu einer Auslistung führte. Zusätzlich wurde die erste Filialeröffnung in den Sand gesetzt. „Ich habe zu Beginn alles falsch gemacht, was falsch gemacht werden konnte“, räumt Herr Hager heute freimütig ein.

Doch erfolgreich ist der, der sich durch Rückschläge nicht aus der Bahn werfen lässt. Heute würde man wohl sagen: „Aufstehen, Krone richten, weitermachen“. 

So begann Wolfgang Hager ab 1992 mit einem Umdenken. Er wusste, er musste anders sein und wieder mehr zu den Ursprüngen des Bäckerhandwerks zurückkommen. Außerdem wollte er auf die eigene Vermarktungsstrategie setzen, um nicht wieder vom Handel abhängig zu sein. 

Und das war der Anfang des Erfolgs der Bäckerei Hager. Schön langsam wurden die Produkte, die aus Backmischungen bestanden, ausgelistet und stattdessen neue eigene Produkte eingelistet. Zusätzlich wurden die ersten Filialen erfolgreich eröffnet. Dieses kontinuierliche Wachstum erforderte im Jahr 2000 einen ersten Zubau, der dann 2006 nochmals auf die heutige Größe erweitert wurde.

Zurück zu den Wurzeln

Ein erster großer Schritt beim Umstrukturieren, war, dass sich Wolfgang Hager dem Thema traditionelles Bäckerhandwerk widmete. Die Produkte sollten wieder handgemacht sein und frei sein von Backmischungen und Trockensauerteig. Es war wieder Zeit für das, was das Brot ausmacht und so wertvoll macht: Das Natürliche und Ursprüngliche. Und da gehört der Natursauerteig als erstes dazu. Und so machte er, um nach vorne zu kommen, vor etwa 15 Jahren einen Schritt zurück zu einer ausschließlichen händischen Aufbereitung. Mittlerweile gibt es bei Hager 16 verschiedene Sauerteige und es wird laufend weiterexperimentiert und entwickelt. 

Genau das ist es auch, was den Erfolg des Unternehmers ausmacht. Die ständige Neugierde und die Fähigkeit von anderen zu lernen, aber auch die Bereitschaft sein Wissen zu teilen.

Regionalität nach Hager-Art

In den letzten drei Jahren ging Herr Hager noch einen großen Schritt weiter und setzt seither verstärkt auf Regionalität. Dazu gehört nicht nur die Verwendung von regionalen Rohstoffen, sondern das gipfelt darin, Partner in der Umgebung zu suchen, die extra für die Bäckerei Getreide anbauen – wie das beispielsweise bei der Dinkelsorte „Ebners Rotkorn“ geschieht. 

Ohne Mitarbeiter geht gar nichts 

Genau das ist es auch, was Herrn Hager so begeistert: Der Weg von seiner Idee über das Vermögen, andere davon zu begeistern bis hin zur Umsetzung. Und diese Begeisterung und Leidenschaft spürt man auch in jedem seiner Worte. Doch Herr Hager ist Realist genug, zu erkennen, dass ohne seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nichts ginge. Mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigt die Bäckerei Hager heute und sie wächst noch weiter. Diese loyalen Mitarbeiter sind es, die sich begeistern lassen müssen, die Ideen des Chefs mittragen, weiterentwickeln, umsetzen und an die Kunden weitergeben. 

Und was muss ein Lehrling mitbringen, der sich für das Bäckerhandwerk interessiert? „Das zeitige Aufstehen darf ihm nichts ausmachen. Außerdem ist es noch immer körperlich anstrengend.“ 

Gerade in einem Handwerksbetrieb, in dem die Brote wieder von Hand gefertigt werden, ist das nicht zu unterschätzen. Dafür ist das Erleben, jeden Tag ein Produkt geschaffen zu haben, das den Kunden schmeckt und das Genuss verbreitet, eines der schönsten, die es gibt. Und das merkt man auch. Seit etwa zwei Jahren ist wieder verstärkter Zulauf zum Bäckerhandwerk zu vermerken. Und das ist gut so.

Ob Sohn Alexander, der sich heute neben seinem Studium, für Graphik und Marketing im Unternehmen einbringt, steht noch in den Sternen. Bis es soweit ist, werden aber noch viele Ideen geboren und zahlreiche Brote gebacken werden.

mehr

Erschienen: Oktober 2020 für Bäckerei Hager


Warum Brot am Abend glücklich machen kann!

Brot am Abend? Das geht gar nicht.“ So die oft gehörte landläufige Meinung. Brot ist gleich Kohlenhydrate und diese gehören tunlichst vermieden – besonders abends. Das dem nicht so ist, und warum Sie Ihr Brot sogar so richtig genießen sollten, erfahren Sie hier.

In einem Brotland wie Österreich ist die abendliche Brotmahlzeit in vielen Haushalten üblich. Belegt mit Wurst, Käse, diversen Aufstrichen sowie Gemüse steht so schnell eine fertige Mahlzeit am Tisch. Die ganze Low Carb Bewegung – also möglichst wenig Kohlenhydrate zu essen und am Abend überhaupt möglichst darauf zu verzichten, hat diese Gewohnheit bei vielen in Verruf gebracht. 

Macht Brot am Abend dick?

Brot lässt – wie alle Kohlenhydrate – den Blutzuckerspiegel ansteigen. Je nach dem ob Sie lieber Weißbrot oder Vollkornbrot essen mehr oder weniger schnell. Insulin wird dadurch freigesetzt und der Zucker gelangt vermehrt vom Blut in die Zellen. Da das Insulin zusätzlich den Fettabbau blockiert, gibt der Körper kein Fett her. Diese Tatsache stimmt zwar. Trotz alledem gibt es bislang noch keine wirklichen wissenschaftlichen Belege, dass langfristig die Gewichtsabnahme schneller oder besser funktioniert, wenn abends keine Kohlenhydrate gegessen werden. Damit das mit dem Abnehmen aber dauerhaft funktioniert, muss die gesamte Kalorien- und Kohlenhydrataufnahme über den ganzen Tag berücksichtigt werden. Wird tagsüber geschlemmt, nutzt auch der Verzicht auf Brot am Abend nichts um unnötige Kilos los zu werden. Da lohnt es sich schon mehr auf Kohlenhydrate aus Süßigkeiten, Kuchen, Getränken, Joghurts und anderen stark gesüßten Lebensmitteln zu verzichten. 

Brot – das „Dopingmittel“ für das Glück

Klar – Glück ist von vielen Faktoren abhängig. Ein bisschen kann auch das Essen dazu beitragen, dass wir uns glücklicher fühlen. Schokolade als Glücksspender kennt jeder, aber wussten Sie, dass auch Brot ein Glücksbringer sein kann? 

Die Ballaststoffe im Brot bereichern die Darmflora. Tummeln sich in dieser ausreichend und vielfältige Bakterien, wirkt sich das auf Ihr Stressempfinden äußerst positiv aus, und Stress kann Ihnen weniger anhaben.

Die Aminosäure Tryptophan ist Bestandteil von (Vollkorn)Weizen oder auch Haferflocken. Diese wird im Gehirn in den Glücksbotenstoff Serotonin umgewandelt. Je mehr Kohlenhydrate (aus dem Brot) gleichzeitig verfügbar sind, umso größer ist die Umwandlungsrate und umso glücklicher und zufriedener fühlen wir uns. Angenehmer Nebeneffekt – unser Denkvermögen steigt zusätzlich!

Untersuchungen zeigten, dass kohlenhydratreiche aber eiweißarme Mahlzeiten uns langfristig glücklicher, fröhlicher und stressresistenter werden lassen. Das Stresshormon Cortisol sinkt nachweislich und die Aufnahme des Glücksbausteins Tryptophan klappt besser. 

War der Tag recht stressig, verbraucht unser Körper mehr Magnesium. Auch dieser Mineralstoff ist in Getreideprodukten reichlich enthalten. Die Scheibe Brot am Abend hilft Ihnen die Magnesiumdepots wieder aufzufüllen.

Die zahlreichen B-Vitamine in Brot und Getreide stählern unsere Nerven. Zuwenig davon erzeugen Nervosität und Schlaflosigkeit – und wer will das schon.

Last but not least ist der reine Brotgenuss alleine schon ein glücklich machender Moment. Nehmen Sie ganz bewusst den ersten Bissen Brot am Abend mit allen Sinnen wahr und erkennen Sie die einzelnen Duft- und Geschmacksnuancen Ihres Lieblingsbrotes!

Somit steht einer ausgiebigen Brotmahlzeit auch abends nichts mehr im Wege! Für viele Glücksmomente sorgt das vielfältige Brot- und Gebäcksortiment von Szihn. 

mehr

Erschienen, Jänner 2020 für Fa. Szihn


ADHS – Welche Nährstoffe Ihrem Kind sanft helfen

Ist auch Ihr Kind ein kleiner Zappelphillip, der nicht und nicht sitzen bleiben will und sich mit der Konzentration schwer tut? Auch wenn der Alltag nicht immer einfach ist – Sie sind damit nicht alleine. Immer mehr Kindern und Jugendlichen wird das Symptom ADHS bescheinigt und noch immer ist sich  die Wissenschaft nicht ganz klar darüber, was zu den Auslösern zählt und was nicht. 

ADHS – das weiß man

ADHS steht für AufmerksamkeitsDefizit HyperaktivitätsStörung. Umgangssprachlich bezeichnen wir es einfach gerne als Hyperaktivität. Mittlerweile zählt ADHS zu den häufigsten Erkrankungen des Kindes- und Jugendalters. Bereits bei 5% der Kinder in Deutschland wurde ADHS diagnostiziert. 

Kinder, die an ADHS leiden

Doch nicht jedes Kind, das nicht still sitzen kann, leidet an ADHS. Die Übergänge sind oft fließend, sodass eine sorgfältige Diagnose von Fachpersonen notwendig ist. 

  • können sich nur schwer konzentrieren und die Aufmerksamkeit halten,
  • sind sehr unruhig, 
  • haben einen enormen Bewegungsdrang,
  • handeln oft impulsiv und unüberlegt.

Die Wissenschaft nimmt an, dass es sich um eine Störung im Gehirnstoffwechsel handelt. Welche Veränderungen aber letztendlich den Ausschlag geben ist noch nicht ganz klar.

Fastfood & Co haben mehr Einfluss als Zucker

Wurden bis vor einigen Jahren Zucker und Phosphat als mögliche Auslöser angesehen, werden diese mittlerweile nicht mehr als Verursacher beurteilt. Neuere Studien weisen darauf hin, dass insgesamt die westliche Ernährung mit 

viel Fleisch, 

Frittiertem wie Pommes oder Chips 

Softdrinks und 

häufigem Fastfood 

das Risiko für ADHS bei Kindern und Jugendlichen erhöht. Diskutiert werden als Auslöser in diesem Zusammenhang eine zu geringe Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren, und verschiedenen Mikronährstoffen. Außerdem nehmen Kinder, die sich vermehrt so ernähren, auch gleichzeitig eine große Menge an Farbstoffen zu sich. Besonders einige der Farbstoffe stehen im Verdacht die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit zu beeinträchtigen.

In einer australischen Studie wurden Kinder von der Geburt bis zum 14. Lebensjahr hinsichtlich ihrer Ernährungsweise beobachtet. Dabei zeigte sich, dass bei den Kindern, die sich „ungesund“ ernährten mit viel Fastfood, Fertigprodukten, zu fettem und zu süßem Essen doppelt so oft ADHS auftrat wie bei Gleichaltrigen, die sich ausgewogen mit viel Obst, Gemüse, Getreideprodukten ernährten.

Die oligo-antigene Diät hilft nicht jedem

Die Wirksamkeit einer speziellen Diät im Fall von ADHS hat sich in den meisten Studien nicht eindeutig nachweisen lassen. Bekannt ist die oligo-antigene Diät. Hier müssen die Betroffenen bei einer Basisdiät alle Nahrungsmittel weglassen, die häufig eine Allergie hervorrufen. In der Folge dürfen die Kinder dann verschiedene Nahrungsmittel wieder probieren. Parallel dazu wird deren Verhalten beobachtet. Nur Lebensmittel, die das Verhalten nicht verschlechtern, dürfen die Kinder weiter essen. Doch nur 5-10% der Kinder, die von ADHS betroffen sind, profitieren davon. Erschwerend kommt hinzu, dass eine derartige Diät nur etwa bis zum 10. Lebensjahr gut durchzuführen ist. Danach haben die Kinder und Jugendlichen viele Möglichkeiten an andere Nahrungsmittel heranzukommen. Naturgemäß wirkt sich das auf die Durchführung erschwerend aus.

Nährstoffe verbessern die Symptomatik

Es gibt aber doch einige Studien, die darauf hinweisen, dass eine ausreichende Zufuhr an verschiedensten Nährstoffen die Symptome von ADHS verbessern können. Beispielsweise gibt es hier eine Fallstudie aus Kanada von der Universität in Calgary, die positive Auswirkungen auf das Verhalten von Kindern nach der Gabe von Mikronährstoffen beschreibt.

Omega-3-Fettsäuren –für reibungslosen Informationsfluss

Als Bestandteil der Membranstrukturen sind sie besonders wichtig, damit die Informationen im Gehirn reibungslos fließen können. Die meisten von uns essen noch immer zu viel der ungünstigen gesättigten Fettsäuren und viel zu wenig der mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Doch gerade bei diesen Fettsäuren gibt es sehr viele Studien, die darauf hindeuten, dass eine ausreichende Versorgung damit positive Auswirkungen auf das Verhalten bei ADHS haben. 

Viel der tollen Fettsäuren finden Sie in den fetten Fischen wie Makrele, Hering oder Lachs. Aber auch Walnüsse, Walnussöl, Leinöl sind hervorragende Quellen.

Mein Tipp: Fisch mögen viele Kinder nicht so gerne. Packen Sie daher Ihrem Kind eine kleine Handvoll Nüsse in die Jausenbox, streuen Sie Samen über den Salat oder mischen Sie die wertvollen Kerne ins Müsli.

B-Vitamine – garantieren die Informationsübertragung

Ganz besonders zu nennen sind hier Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12. Ihre Bedeutung liegt besonders im gesamten Neurotransmitterstoffwechsel des Gehirns. Neurotransmitter sind Botenstoffe, die die Information von einer Gehirnsynapse zur nächsten optimal übertragen. Sind ausreichend B-Vitamine vorhanden, können auch ausreichend Neurotransmitter gebildet werden. Außerdem sind sie wichtig für Konzentration und Gedächtnisleistung. 

Viel B-Vitamine finden sich in grünem Blattgemüse wie Salat, Spinat oder Mangold, im Vollkorngetreide, Kartoffeln. Aber auch in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Milch und Eiern. Insbesondere das Vitamin B12 finden wir ausschließlich in tierischen Lebensmitteln.

Mein Tipp: Isst Ihr Kind kein Fleisch, sollte es auf alle Fälle Eier oder Milchprodukte essen. So können Sie sicher sein, dass Ihr Kind ausreichend B-Vitamine – insbesondere das Vitamin B12 bekommt.

Zink

Gerade mit diesem Spurenelement sind ADHS-Kinder oft mangelhaft versorgt. Das ergaben verschiedenste Studien aus Israel, Türkei oder Polen. Neben vielen anderen Funktionen ist Zink besonders wichtig, damit das Vitamin B6 überhaupt in die Zellen geschleust werden kann. Außerdem ist es Cofaktor für verschiedenste Enzyme sowie für die Neurotransmittersynthese. 

Zinkreiche Lebensmittel sind insbesondere Sesam, Kürbiskerne, Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Vollkorngetreide.

Mein Tipp: Probieren Sie doch Sesam ins Müsli oder verwenden Sie diese anstatt Semmelbrösel für die unterschiedlichsten Bratlinge. Das schmeckt dann wunderbar nussig.

Eisen – der Sauerstoff für das Gehirn

Eisen versorgt das Gehirn mit Sauerstoff – unabdingbar wenn es um Konzentrationsvermögen geht. Außerdem wird es für verschiedenste Enzyme benötigt, die im Gehirnstoffwechsel eine Rolle spielen. Mehrere Studien legen nahe, dass Kinder, die zusätzlich Eisen bekamen, die ADHS-Symptome besser wurden, als bei Kindern, die nur einen wirkungslosen Placebo erhielten.

Viel Eisen finden Sie in rotem Fleisch, aber auch in pflanzlichen Lebensmitteln wie rote Bete, Hirse, Amaranth, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. 

Mein Tipp: Geben Sie immer etwas Vitamin-C-reichen Saft zu pflanzlichen Eisenlieferanten. Dann nimmt es der Körper Ihres Kindes besser auf.

Magnesium – der Antistress-Nährstoff

Inwieweit auch das Magnesium nachweisbare Verbesserungen bei ADHS bewirkt, ist noch nicht ganz klar. Trotzdem ist Magnesium für Energiegewinnung und –bereitstellung und somit für eine optimale Gehirnleistung wichtig. Besonders in Stresssituationen und wenn Ihr Sprössling viel Sport treibt, braucht der Körper Ihres Kindes viel Magnesium. Das sollten Sie wissen und daher magnesiumreiche Lebensmittel wie Bananen, Hirse, Weizenkeime, Vollkornprodukte zu Hause haben.

Mein Tipp: Ein Zeichen für Magnesiummangel sind auch Muskelkrämpfe. Mixen Sie Ihrem Kind doch Bananenmilch. Mit zartschmelzenden Hirse- oder Haferflocken ergibt das auch ein schnelles vollwertiges Frühstück.

FAZIT: So können Sie sicher sein, für Ihr Kind ernährungsmäßig das Beste zu tun

 Abwechslungsreich
Viel Obst und Gemüse
 Möglichst oft Vollkornprodukte
 möglichst oft frisch kochen

kein Fastfood und kein Junkfood
möglichst selten Softdrinks
wenig Süßigkeiten
 kaum Chips und ähnliches Knabbergebäck
 selten Fertiggerichte 

mehr

Erschienen: Verlag der deutschen Wirtschaft; Mein Kind fit und gesund; 2017


Clean Eating: Ist der Ernährungs-Trend auch für Familien geeignet?

Haben Sie auch schon davon gehört? Sind Sie vielleicht beim Durchblättern diverser Zeitschriften darauf gestoßen? Clean Eating ist DER neue Trend. Doch was steckt dahinter? Und ist diese Ernährungsform auch für die ganze Familie geeignet?

Hinter dem Begriff «Clean Eating», also „sauberem Essen“, steckt mehr als eine Diät. Es stellt eine ganze Ernährungsform dar, bei der bewusst auf alles, was zu stark verarbeitet ist, verzichtet wird. 

Der Trend schwappte über das kanadische Fitnessmodell Tosca Reno zu uns nach Europa. Und mittlerweile kommt man an keinem Buchladen mehr vorbei, ohne über mindestens ein Buch zum Thema „Clean Food“ zu stolpern. Durch Bloggerinnen wurde der Trend weiterverbreitet. Jeder bzw. jede interpretiert hierbei auch wieder Clean Food etwas anders, gibt neue Tipps weiter sowie ihre eigenen Erfahrungen. So gibt es nicht DAS EINE Clean Food, sondern unterschiedlichste Varianten. 

Clean Eating: auch für Familien super geeignet

Gleich zu Beginn kann ich Ihnen sagen: Ich finde die Idee super. Endlich eine Ernährungsform, die grundsätzlich empfehlenswert und im Prinzip auch relativ leicht durchführbar ist – auch für Kinder und Familien. Wenn Sie nun weiterlesen, erkennen Sie vielleicht, dass Clean Eating für Sie im Alltag ganz normal ist und Sie diesen Trend gänzlich unwissend schon praktizieren.

Vollwert-Ernährung 2.0: mehr als fünf ist nicht mehr clean

Um zu entscheiden, ob ein Produkt als clean gilt oder nicht, gibt es folgende relativ einfache Einteilung.

Produkte ohne Label sind automatisch clean. Dazu gehören Obst und Gemüse, Eier, Milch, Getreideflocken, Fisch und Fleisch natur.

Bei Produkten mit Label muss die Zutatenliste gelesen werden. Produkte mit mehr als fünf Inhaltsstoffen wie Tiefkühl-Fertigpizza aber auch Sahnepuddings oder Milchschnitten und Produkte, deren Inhaltsstoffe schwierig zu lesen sind, gelten als nicht clean. Beispiel für „schwer zu lesende Inhaltsstoffe“ wäre „Saccharoseacetatisobutyrat“.  Denn dann sind sie entweder zu hoch verarbeitet oder mit Farbstoffen, Konservierungsmitteln oder anderen Zusatzstoffen versetzt, die der Clean-Food-Anhänger nicht haben will. Nachteil dieser Regelung ist, dass auch an sich empfehlenswerte Produkte wie diverse Müslimischungen ohne jegliche Zusätze wegfallen.

Bei genauerer Betrachtung konnte ich feststellen, dass Clean Food nichts anderes ist als Vollwert-Ernährung 2.0. Unter dem Begriff Clean Food kommt der etwas verstaubte Begriff der Vollwert-Ernährung nur etwas hipper und trendiger des Weges. Daher ist Clean Food speziell bei jungen Menschen und (wie bei Ernährungsthemen sehr oft) besonders bei Frauen sehr beliebt.

Die wichtigsten Clean-Food-Regeln

Folgende Tabelle gibt Ihnen einen guten Überblick über die wichtigsten Regeln. Gegenübergestellt finden Sie einen Vergleich mit den üblichen Ernährungsempfehlungen.

 Clean FoodVergleich mit offiziellen Ernährungsempfehlungen
FrühstückenDarauf wird hier besonderes Augenmerk gelegt. Es regt den Stoffwechsel an und beugt Heißhunger vor. Alte Rezepte werden neu verpackt. So kommt der etwas öde anmutende Haferbrei hier in Form der trendigen OverNight Oats auf den Frühstückstisch. Sie schmecken aber auch wirklich sehr gut und sind – da sie ja über Nacht einweichen – wenn es in der Früh schnell gehen muss, ruckzuck fertig.Auch für die klassische Ernährungswissenschaft ist das Frühstück ein MUSS, das für die notwendige Startenergie sorgt.
Mahlzeitenhäufigkeit5-6 kleinere Mahlzeiten werden empfohlen. Dadurch bleibt der Insulinspiegel stabil und der Stoffwechsel aktiv. Manche Richtungen empfehlen auch, auf das Abendessen zu verzichten.Grundsätzlich liegt auch hier das Optimum für Kinder bei regelmäßigen Mahlzeiten, bestehend aus 3 Hauptmahlzeiten und 2 Zwischenmahlzeiten. Auf das Abendessen sollten Ihre Kinder auf keinen Fall verzichten.
Ausgewogenheit des SpeiseplansLangsam verdauliche Kohlenhydrate, gute Fette und hochwertige ProteineAuch hier werden viele langkettige Kohlenhydrate aus Vollkorngetreideprodukte wie Brot, Nudeln, Müsli, Hülsenfrüchte für die langanhaltende Sättigung empfohlen. Dazu sollen pflanzliche Fette mit viel Omega-3-Fettsäuren für die Gehirnentwicklung nicht fehlen. Hochwertiges Eiweiß aus Milch und Milchprodukten, Fisch, Eiern, Hülsefrüchten und Vollkornprodukten spielen speziell im Wachstum eine große Rolle.
ZusatzstoffeKeine Nahrungsmittel mit künstlichen Zusätzen wie Geschmacksverstärkern, Farbstoffen, etc.Sollten soweit wie möglich vermieden werden.
Süßigkeiten, WeißmehlprodukteLiefern nur leere Kilokalorien und sollten daher vermieden werden.So weit wie möglich reduzieren. Süßigkeiten werden in der Größenordnung von 1 Handvoll pro Tag geduldet. Weißmehlprodukte selten. 
NährstoffmischungEiweiß und Kohlenhydrate mischen. Sättigt besser und nachhaltiger. Jede Mahlzeit sollte sowohl Kohlenhydrate als auch Eiweiß enthalten. 

Mit Clean Food zu mehr Leistungsfähigkeit

Clean Food soll den Körper fitter machen, leistungsfähiger und die Haut soll schöner werden. All das ist nicht wissenschaftlich belegt. Die Ernährung entspricht aber den Grundregeln einer ausgewogenen Ernährung. Es werden nur naturbelassene, bevorzugt pflanzliche und wenig verarbeitete Lebensmittel empfohlen und auch die Mahlzeitenfrequenz ist festgelegt. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf das gesamte Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit.

Nachteil beim Clean Food: Empfohlen werden sehr oft auch Superfoods wie Chiasamen, Acaibeeren & Co. Ernährungswissenschaftlich ist zwar dagegen meist nichts einzuwenden, aus ökologischer Sicht (Transportwege, Produktion) sind diese Superfoods aber nicht uneingeschränkt als positiv zu bewerten. Außerdem können sie hohe Schadstoffmengen enthalten. Da sie jedoch problemlos gegen heimisches Superfood wie Leinsamen, Himbeeren oder Heidelbeeren ausgetauscht werden können, steht einem Sommer mit Clean Food nichts mehr im Weg. Probieren Sie es einfach mal aus. Wenn Sie bereits jugendliche Kids haben, freunden diese sich mit dem Begriff Clean Food sicher eher an, als mit Vollwertkost.

Mein Tipp: 100% Clean Food wird nicht funktionieren
Ab und zu mal ein Stück Schokolade oder ein Eis im Sommer wären leider nicht erlaubt. Entwickeln Sie daher mit Ihrer Familie Ihre persönlichen Clean-Food-Regeln. Fangen Sie zum Beispiel mit 2 Clean-Food-Tagen pro Woche an und erhöhen Sie dann auf vier. Oder Sie stellen die Regel auf 80:20. 80% Clean Food, 20% nicht-clean. Versuchen Sie es! Und Sie werden erkennen: So schwierig ist das gar nicht!

mehr

Erschienen FID-Verlag, 2018


Partner der Bäckerei Hager im Porträt
Lukas und Anton Klaus – die Lieferanten des Dinkels Ebners Rotkorn

Es ist halb neun Uhr morgens, der acht-Monate alte Sohn Leonard des Jungbauern Lukas Klaus bekommt gerade seinen Vormittagsbrei und lässt es sich sichtbar schmecken. In dem lichtdurchfluteten großen Esszimmer des Hauses, in dem die Jungfamilie seit zwei Jahren wohnt, erzählt der junge dynamische Lukas Klaus vom Betrieb und der neuen Dinkelsorte Ebners Rotkorn.

Der Tag beginnt früh im Hause Klaus. Bereits um 5:30 ist der Landwirt auf den Beinen und nach dem Frühstück und dem täglichen Gang mit dem Hund startet auch schon das berufliche Tagesgeschäft, angefangen von Bürotätigkeiten bis hin zu den Arbeiten am Feld oder im Lager.

Landwirt von Anfang an

In den Beruf des Landwirtes wurde Lukas Klaus mehr oder weniger hineingeboren. Doch erst nach der Matura im Josephinum in Wieselburg entschied er sich vor elf Jahren in den elterlichen Betrieb einzusteigen. Beide Elternteile kommen aus einer Landwirtschaft und beide brachten einen Betrieb mit. So erklären sich auch die beiden Standorte der Familie Klaus. Einer davon liegt in Rassing bei Kapelln, einem kleinen idyllischen Ort mit zahlreichen Getreidefeldern und sanften Hügeln, wo auch die Familie wohnt. Der andere (Haupt) -Standort befindet sich in Oberzwischenbrunn nur zehn Minuten von Rassing entfernt.

Bereits in vierter Generation wird der Bauernhof bewirtschaftet. Was früher als Mischbetrieb begann, ist heute reiner Ackerkulturbetrieb. Neben Mais, Weizen, Roggen, Sojabohnen, Gerste und Sonderkulturen wird seit neuestem auf 22 Hektar Dinkel angebaut. Zwei Ur-Dinkelsorten sind es, die nun das Sortiment bereichern, eine davon ist Ebners Rotkorn. 

Gesät wird der Dinkel im Oktober, damit er im darauffolgenden Jahr im Sommer geerntet werden kann. Die Sorte mit hoher Standfestigkeit und guter Widerstandskraft gegen Krankheiten hat es der Bäckerei Hager besonders angetan und wird nun in der Bäckerei zum neuen Rotkorn Dinkel Brot verbacken.

Ein Familienbetrieb auf der ganzen Linie

Zum Betrieb der Familie Klaus gehört neben Lukas auch Anton Klaus, der Vater des Juniorchefs sowie seine Mutter Martina. Ehefrau Julia ist zwar zurzeit mit dem jüngsten Familienmitglied beschäftigt und kommt aus dem Marketing. Auch sie hat aber ihre Wurzeln in der Landwirtschaft und weiß worauf es im Betrieb ankommt. In besonders arbeitsintensiven Phasen wie im Sommer und im Herbst ist auch der Bruder Lorenz zur Stelle. Gerade jetzt steht das Ernten an. Die zahlreichen Niederschläge der vergangenen Tage machen es aber nicht immer leicht, den geeigneten Zeitpunkt dafür zu finden. 

Urlaub im Sommer gibt’s daher nicht nur dieses Jahr nicht. Doch auch im Hause Klaus geht’s nicht ganz ohne Auszeit vom Alltag. Geurlaubt wird dann meistens im Juni vor der anstrengendsten Zeit im Jahr und im Winter zum Skifahren.

Netzwerke sind gut für’s Geschäft

Der Betrieb der Familie Klaus ist ein gutes Beispiel dafür, dass Kooperationen auch in der Landwirtschaft ein wichtiger Weg sind. So arbeiten Anton und Lukas Klaus eng mit einer anderen Landwirtschaft in Ratzersdorf zusammen. Zusätzlich bietet die Firma auch Arbeiten für andere bäuerliche Betriebe an, die beispielsweise als Nebenerwerbsbetrieb arbeiten und keine Zeit und auch keine Maschinen für alle Tätigkeiten haben, die am Bauernhof rund um das Jahr anfallen.

Die Liebe zu seiner Arbeit steht Lukas Klaus ins Gesicht geschrieben. So ist es in erster Linie die Arbeit draußen, die ihn an diesem Beruf begeistert sowie die absolute Vielfältigkeit und Abwechslung. Kein Arbeitstag ähnelt dem anderen. Gearbeitet wird mit der Natur. So kann es schon sein, dass auch manchmal bereits um 3:30 begonnen wird oder erst um 23:00 Schluss ist – gerade zu den Hauptarbeitszeiten. 

Nie ist Lukas auch „nur“ Landwirt. Gleichzeitig ist er Schlosser, Installateur, Elektriker, Verkäufer, Netzwerker und immer Unternehmer. Gerade das macht seine Arbeit so reizvoll, wie er begeistert versichert.

Regionalität muss uns etwas wert sein

Haben die letzten Monate vielen Menschen aufgezeigt, dass Regionalität beim Einkaufen beginnt, dann ist nun die beste Zeit dafür genauer beim Broteinkaufen hinzusehen. Gerade Brot als Grundnahrungsmittel ist wie geschaffen dafür regionales Lebensmittel zu sein und zu bleiben, angefangen vom Getreide bis hin zur lokalen Bäckerei. Das rechtfertigt locker den etwas höheren Preis. So wissen wir wenigstens, wo unser Getreide für unser täglich Brot herkommt und mit welchen Auflagen es produziert wurde.

Wünschen würde sich Lukas Klaus mehr Akzeptanz für die Landwirtschaft. Schließlich ist sie es, die unsere Kulturlandschaft erhält und die dafür sorgt, dass Österreich ziemlich eigenständig Lebensmittel für uns alle produzieren kann. 

Mittlerweile ist der kleine Leonard eingeschlafen und auch auf Lukas Klaus wartet die Arbeit. Vielleicht kann ja doch heute geerntet werden.

mehr

Erschienen August 2020 für Bäckerei Hager